Konzept für die Gleichstellung 2017 – Yael Politi und Ana Vila-Verde

In unserer Funktion als Gleichstellungsbeauftragte haben wir überlegt, welche Vorhaben dem Institut
helfen können, die Ziele im Gleichstellungsbereich zu erreichen und das Arbeitsklima noch weiter zu
verbessern. Unser Konzept soll:

  1. Wissenschaftlerinnen dabei helfen, die Fähigkeiten und das nötige Selbstvertrauen zu erwerben, das sie in ihrer weiteren Karriere voranbringt.
  2. das allgemeine Bewusstsein für geschlechtsspezifische Wahrnehmungen steigern, also z. B. geschlechtsspezifische Vorurteile und geschlechtsspezifische und eingefahrene gesellschaftliche Zwänge aufzeigen.
  3. den Mitarbeitern helfen, das Arbeitsleben sinnvoll mit dem Privatleben zu vereinbaren, und insbesondere Eltern (männlich wie auch weiblich) unterstützen.
  4. Sexismus und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz bekämpfen indem das Bewusstsein hierfür gesteigert wird, und selbstverständlich eventuelle Opfer unterstützen und beraten

Um diese Ziele zu erreichen, wollen wir in den Jahren 2017/2018 Folgendes unternehmen

1. Workshops und Seminare:
Um die Themen „Sichtbarkeit und Selbstvertrauen von Wissenschaftlerinnen“ zu behandeln, möchten wir verschiedene Workshops anbieten - s. u. (a). und (b). Die Workshops werden zuerst den Frauen angeboten und erst in einer zweiten Runde allen Angestellten. Diese Workshops werden jährlich und/oder nach Bedarf wiederholt. Außerdem bieten wir Workshops für allgemeine  geschlechtsspezifische Wahrnehmung und Gleichberechtigung in den MINT–Fächern an. (MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)

a) Workshop für die Selbstdarstellung (zwei Veranstaltungen: der erste wird ausschließlich für Frauen sein, der zweite für alle Angestellten)
b) Workshop zu Körpersprache und Sprechtraining
c) Minerva Femmnet Vortrag von Anke Hübenthal (2018)
d) Pme (Familienservice) Informationsveranstaltung
e) Workshop zu geschlechtsspezifischer Wahrnehmung
f) Vortrag über „Frauen in Physik“

2. Diskussionsgruppen über die Vereinbarkeit von Arbeitsleben und Freizeit.
Diese Gruppen sollen buntgemischt sein (Studenten, Post-Docs, Gruppenleiter, Verwaltung, Techniker etc.) und werden dann in weibliche und männliche Teilnehmer aufgeteilt. Die Gruppen werden sich zwei Mal pro Jahr zusammen mit einem Moderator treffen und über die Herausforderungen bzgl. einer ausgeglichenen „work-life  balance“ sprechen. Die Teilnehmer können daraus Hilfestellungen und Tipps mitnehmen, und darüber hinaus erfahren die Gleichstellungsbeauftragten, wo es Defizite in den Arbeitgruppen/Abteilungen des Instituts gibt. Diese Einblicke können die Gleichstellungsbeauftragten nutzen, um ein erweitertes und verbessertes Konzept für das kommende Jahr zu erstellen.

3. Eine Kinderbetreuung durch das MPIKG während Abteilungsfahrten, Konferenzen vor Ort und in den Sommerferien organisieren.
Wir finden es wünschenswert, dass bei Abteilungsfahrten für eine Kinderbetreuung gesorgt wird. Die Betreuung kann von der Abteilung organisiert werden, eventuell mit der Unterstützung des „pme Familienservices“. Die Kosten für die Betreuung sollte vom MPI
übernommen werden, während Unterkunft und Reisekosten von den Eltern selbst getragen werden müssen. Wir werden eine Kinderbetreuung während der Sommerzeit organisieren und für die notwendigen Räumlichkeiten sorgen. Diese Kinderbetreuung soll von den Eltern finanziert werden.

4. Verfassen eines „Verhaltenskodex“
Wir möchten einen Verhaltenskodex erstellen, der in schriftlicher Form das Engagement des Instituts gegen Diskriminierung aus geschlechts-, Religions-, Herkunfts-, oder Behinderungsgründen erklärt.
Das Dokument wird auf dem Verhaltenskodex basieren, der von der zentralen Gleichstellungsbeauftragten der MPG formuliert wurde. Alle Angestellten sollen dann dieses Dokument unterschreiben (in Anlehnung an den Umgang mit der Sicherheitsbelehrung).

5. Pflege der Gleichstellungs-Homepage

6. Im Institut noch mehr verbreiten, dass es Gleichstellungsbeauftragte gibt.
Dies möchten wir über Bekanntmachungen an prominenten Orten und den Aushängetafeln erreichten. Außerdem werden wir auf jährlichen Zusammenkünften sprechen, uns bei Abteilungstreffen und in Journal-Clubs vorstellen und uns und unsere Arbeit bei der Institutsversammlung präsentieren.

7. Schwangerschaften:

a. Wir werden eine Vereinbarung und Hinweise über die nötigen Sicherheitsvorkehrungen für schwangere Frauen in den Laboren erstellen. Das wird zusammen mit der Sicherheitsbeauftragten geschehen.
b. Unterstützung für Frauen während und nach der Schwangerschaft, u. a. beim Ausgleich von verlorener Zeit. Einzelheiten der bereits von den Geleichstellungsbeauftragten erstellten Vorschläge
werden zeitnah mit dem GD verhandelt. Das Beispiel aus dem MPIMP kann als Anregung genutzt werden.

8. Eine Statistik erstellen, in der die Bezahlung der weiblichen und der männlichen Angestellten
(Post-Docs, Gruppenleiter, Techniker, Verwaltung) verglichen wird.
Es ist unsere Pflicht, (anonym) Daten über das Dienstverhältnis und die Bezahlung der
männlich/weiblichen Angestellten zu sammeln. Wir bitten daher die Verwaltung uns hierbei
zu unterstützen und Daten zu liefern.

9. Weiterbildung der Gleichstellungsbeauftragten
Um unserer Aufgabe besser nachkommen zu können ohne unsere täglichen Pflichten zu vernachlässigen, suchen wir Hilfe bei Profis, die auf dem Gebiet der Gleichstellung und dem Gebiet des Konfliktmanagements arbeiten. Wir werden uns zwei Mal im Jahr weitbilden.

10. Weiterhin für eine regelmäßige Überprüfung durch die ehrenamtliche Gesellschaft „Beruf und Familie“ sorgen, damit sich geschlechtsneutrale Arbeitsweisen einschleifen.

11. Weiterhin alle Einstellungsaktivitäten überwachen, um sicherzustellen, dass auch hier sich geschlechtsneutrale Arbeitsweisen festsetzen und Diskriminierungen verhindert werden.

12. Wir wünschen uns eine engere Zusammenarbeit mit den Nachbarinstituten (MPIMP und AEI) um Gedanken auszutauschen, alternative Lösungen zu entwickeln und eine größere und buntere Gruppe von Teilnehmern für die oben genannten Workshops zu finden.

 
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