Gästeprogramm

Das Gästeprogramm des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung eröffnet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland die Möglichkeit, die Forschungsinfrastruktur am Institut zu nutzen. Die Gäste und ihre Forschungsvorhaben sind ein wichtiger Bestandteil des wissenschaftlichen Gesprächs am Institut. Sie bereichern die vier Forschungsschwerpunkte „Kolloidchemie“, „Biomaterialien“, „Theorie und Biosysteme“ sowie „Biomolekulare Systeme“ und tragen dazu bei, die Ergebnisse der Arbeit in den verschiedenen Forschungsfeldern im internationalen Forschungsdiskurs wirksamer zu verankern. Ausgehend von der jeweiligen Qualifikations- bzw. Projektphase der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie von Anlass und Dauer des Forschungsaufenthalts bietet das Programm verschiedene Formen der Förderung und finanziellen Unterstützung.

1. Zielgruppen und Zielsetzung
Promovierende

Die Maßnahmen der Doktorandenförderung zielen darauf, hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland in der Qualifikationsphase bereits früh in nationale wie internationale Forschungszusammenhänge einzubinden. Promovierenden stehen im Rahmen des Gästeprogramms zwei verschiedene Förderlinien offen, um Forschungsschwerpunkte und Arbeitsweisen des Instituts kennenzulernen und ein eigenes Forschungsvorhaben weiterzuentwickeln.

Mit einem Orientierungsstipendium erhalten Promovierende aus dem In- und Ausland, die am Beginn eines Promotionsvorhabens stehen, die Gelegenheit, während eines zwei- bis sechsmonatigen Aufenthalts am Institut ihr Thema im Kontext der bestehenden Forschungsfelder zu verorten und konzeptionell weiterzuentwickeln.

Das ein- bis sechsmonatige Dialogstipendium richtet sich an Promovierende aus dem In- und Ausland im fortgeschrittenen Stadium ihres Promotionsprojekts, die mit einer Fachwissenschaftlerin oder einem Fachwissenschaftler des MPIKG in einen intensiven fachlichen Austausch treten möchten, um von deren oder dessen Expertise in Hinblick auf Quellen, Forschungsdebatten, Methoden oder theoretische Fundierung zu profitieren. Neben dem Gästeprogramm ermöglicht der Fördervertrag eine Beschäftigung am Institut für die Dauer von bis zu drei Jahren, mit dem Ziel, ein Promotionsvorhaben durchzuführen.

Postdoktorandinnen und Postdoktoranden
Um hochqualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland nach der Promotion einen längeren Forschungsaufenthalt am MPIKG zu ermöglichen, stellt das Institut jährlich mehrere Postdoc-Stipendien zur Verfügung. Die Dauer des Stipendiums kann von einem Monat bis zu zwei Jahren variieren. Voraussetzung für eine Förderung ist die thematische Ausrichtung des geplanten Forschungsvorhabens an einem der aktuellen Forschungsfelder des Instituts. Insbesondere durch den Aufenthalt von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Postdoc-Phase am Institut soll die Vernetzung auf internationaler Ebene gefördert werden.

Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler
Erfahrene und etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland, deren Promotion länger als zehn Jahre zurückliegt und die mit ihrem Forschungsvorhaben die Forschungsschwerpunkte des MPIKG bereichern und diese durch die internationale Perspektive erweitern helfen, erhalten mit einem Forschungsstipendium die Möglichkeit, als Gast am MPIKG ein eigenes Forschungsvorhaben voranzutreiben. Die Stipendien werden für einen Zeitraum von ein bis sechs Monaten vergeben. Forschungsstipendien können nicht im direkten Anschluss an ein Postdoc-Stipendium vergeben werden.

Das MPIKG unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die planen, ihren Forschungsaufenthalt über Dritte zu finanzieren, im Rahmen seiner Möglichkeiten und nach Maßgabe der räumlichen Kapazitäten. Bewerberinnen und Bewerber werden gebeten, sich frühzeitig im Vorfeld eines entsprechenden Forschungsantrags mit dem Institut in Verbindung zu setzen.

Grundsätzlich sollen sich alle geförderten Vorhaben in das Forschungsprogramm des Instituts und dessen thematische Ausrichtung integrieren. Forschungen, die sich auf die Forschungsschwerpunkte des Instituts beziehen (siehe Homepage), genießen im Auswahlverfahren Priorität.

Von allen Gästen des Instituts wird erwartet, dass sie sich während ihres Aufenthalts in die laufende Institutsarbeit aktiv einbringen. Im Einzelnen bedeutet das, je nach Dauer der Förderung und Zielsetzung des Aufenthalts

• die Teilnahme an wissenschaftlichen Veranstaltungen des Instituts,
• die Bereitschaft zur Vorstellung des Forschungsprojekts im Rahmen interner Veranstaltungen oder eines Vortrags sowie
• die Abfassung eines Arbeitspapiers und das Angebot zur Veröffentlichung in einer der Publikationsreihen des MPIKG.

2. Bedingungen, Bewerbung und Auswahlverfahren

Doktorandenförderung
Bewerbungen für ein Orientierungsstipendium können jederzeit eingereicht werden, jedoch mindestens drei Monate vor Beginn des geplanten Aufenthalts. Das Stipendium kann für einen Zeitraum von zwei bis sechs Monaten beantragt werden. Promovierende bewerben sich über das Online- Bewerbermanagement des Instituts oder per E-Mail direkt in den gewünschten Abteilungen, mit Anschreiben, Lebenslauf und einer Skizze des geplanten Promotionsvorhabens sowie die Stellungnahme einer Wissenschaftlerin oder eines Wissenschaftlers. Alle Dokumente sind im PDF- Format einzureichen.

Voraussetzung für die Vergabe eines Dialogstipendiums ist eine befürwortende Stellungnahme einer/eines am MPIKG beschäftigten Wissenschaftlerin oder Wissenschaftlers, die oder der sich mit dem Schreiben bereit erklärt, die Betreuung der Doktorandin oder des Doktoranden während des ein- bis sechsmonatigen Aufenthalts am Institut zu gewährleisten. Bewerbungen für ein Dialogstipendium, mit Lebenslauf und Skizze des Promotionsprojekts können jederzeit per E-Mail eingereicht werden, jedoch mindestens drei Monate vor dem geplanten Aufenthalt.

Postdoc– und Forschungsstipendien
Bewerbungen für ein Postdoc- und Forschungsstipendium können jederzeit eingereicht werden, jedoch mindestens sechs Monate vor Beginn des geplanten Aufenthalts. Beantragt werden kann eine Förderung für bis zu zwei Jahren. Ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewerben sich über das Online- Bewerbermanagement des Instituts oder per E-Mail direkt in den gewünschten Abteilungen mit Anschreiben, Lebenslauf und einer vollständigen Publikationsliste. Es wird zudem um die Einreichung von drei wichtigen Publikationen (PDF) aus den letzten fünf Jahren gebeten. Weiterhin sollen zur Bewertung des Forschungsvorhabens zwei Gutachterinnen oder Gutachter genannt werden, die dem MPIKG für eine ergänzende Beurteilung zur Verfügung stehen. Die Verbindung des Forschungsvorhabens zu den aktuellen Themenschwerpunkten des Instituts sollte deutlich gemacht werden. Diese entnehmen interessierte Bewerberinnen und Bewerber bitte der stets aktualisierten Homepage des Institutes. Nur in Ausnahmefällen können auch Vorhaben gefördert werden, die sich einem Thema widmen, das nicht unmittelbar einschlägig für das Forschungsprogramm des Instituts ist.

Stand Februar 2017

 
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