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Dr. Sophia  Rudorf
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Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung

Sonderpreis des Leibniz-Kollegs Potsdam geht 2018 an Sophia Rudorf

Der Sonderpreis wird an die Nachwuchswissenschaftlerin für ihre herausragenden Forschungsergebnisse in der theoretischen Biophysik verliehen.

4. Mai 2018

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Dr. Sophia Rudorf

Die Jury entschied sich 2018 für die talentierte und hochmotivierte Nachwuchswissenschaftlerin Sophia Rudorf. Die Arbeitsgruppenleiterin in der Abteilung Theorie & Bio-Systeme am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung erhielt die mit 2500 EUR dotierte Auszeichnung aufgrund ihrer wichtigen interdisziplinären Forschungsarbeiten zur theoretischen Biophysik, die auch in Zukunft vielversprechende Beiträge erwarten lassen. So hat sie in ihrer mit summa cum laude bewerteten Dissertation den biomolekularen Prozess der Proteinsynthese durch Ribosomen mit Methoden der theoretischen Physik und der stochastischen Modellierung untersucht.

Eine zuverlässige und präzise Proteinsynthese durch Ribosomen ist entscheidend für alle Lebensvorgänge. Denn nicht nur unsere Zellen, auch die aller anderen Organismen bestehen zum größten Teil aus Proteinen. Zu den offenen Fragen bei der Proteinsynthese gehören, wie sich Ribosomen auf der Boten-RNA bewegen, ob sich Staus bilden oder wo es längere Pausen gibt und welche Bedeutung diese z.B. für die Faltung des Proteins haben.

Die über Jahre gewonnenen experimentellen in-vitro-Daten zur Proteinbiosynthese wurden in der von Rudorf geleiteten Arbeitsgruppe mit einem neuen mathematischen Algorithmus verknüpft. Die neue Methode erlaubt es, die Dynamik der Proteinsynthese nun auch in lebenden Zellen zu berechnen. Hierzu wurde 2016 auch ein Patent beim Europäischen Patentamt angemeldet.

Sophia Rudorf ist seit 2015 Gruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in der Abteilung Theorie & Bio-Systeme, die von Reinhard Lipowsky geleitet wird. Sie hat bereits viele  erfolgreiche Kooperationen etabliert, darunter auch mit experimentellen Gruppen der Universität Heidelberg, dem Weizmann Institut in Israel und der Universität Helsinki. Letztere untersucht mit ihr gemeinsam die Proteinsynthese in Mitochondrien. Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle und versorgen sie mit der Energie ATP. Diese Zellorganellen besitzen ihr eigenes Genom (mt-DNA) und ihr eigenes Proteinsynthesesystem. Mutationen der mt-DNA können zu schweren Krankheiten führen, wobei ein sehr großer Teil der bekannten pathogenen Mutationen Komponenten der mitochondrialen Proteinsynthese betrifft.

Sonderpreis des Leibniz-Kollegs Potsdam
Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wird an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die in jüngster Zeit in den Bundesländern Brandenburg und Berlin herausragende Forschungsergebnisse in der Biophysik, Biochemie, Biotechnologie und den angrenzenden Gebieten erzielt haben.

 
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