Von der Natur lernen: Neue IMPRS for Functional Material Design 

Neue Graduiertenschule

9. Juli 2026

Das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam hat von der Max-Planck-Gesellschaft die Genehmigung zur Einrichtung der International Max Planck Research School for Functional Material Design (IMPRS-FMD) erhalten. Die Leitung der IMPRS übernimmt Prof. Silvia Vignolini, Direktorin am Institut. Das interdisziplinäre Graduiertenprogramm, das über sechs Jahre mit 2,4 Millionen Euro gefördert wird, startet im Winter 2026/27, um die nächste Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Entwicklung nachhaltiger, von der Natur inspirierter Materialien auszubilden.

Während die Industrie dringend Hochleistungsmaterialien benötigt, die die Ressourcen unseres Planeten nicht erschöpfen, liefert die Natur bereits die Vorlage dafür. Mit einer begrenzten Anzahl molekularer Bausteine schaffen biologische Systeme komplexe Materialien, die robust, anpassungsfähig und vollkommen nachhaltig sind. Um diese Prinzipien weiter zu erforschen und die nächste Generation von Materialwissenschaftlerinnen und Materialwissenschaftlern auszubilden, hat die Max-Planck-Gesellschaft die Gründung der neuen International Max Planck Research School for Functional Material Design (IMPRS-FMD) am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung genehmigt.

Die IMPRS-FMD hat sich zum Ziel gesetzt, diese natürlichen Prinzipien zu entschlüsseln und in synthetische Technologien umzusetzen. In enger Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam, der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin wird die Graduiertenschule ab Winter 2026/27 ein internationales Ausbildungsprogramm an der Schnittstelle von Physik, Chemie, Biologie und Materialwissenschaften anbieten.

„Wir wollen die Art und Weise, wie wir heute Materialien herstellen, neu definieren. Das Verständnis der Mechanismen, mit denen die Natur Materialien erschafft, kann uns helfen, diese nachhaltiger zu produzieren“, erklärt Silvia Vignolini, Direktorin am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung und Sprecherin des Graduiertenprogramms. „Mit der neuen IMPRS bilden wir die nächste Generation von Materialwissenschaftlerinnen und Materialwissenschaftlern aus, indem wir erstklassige Forschung an unserem Institut und den Partneruniversitäten mit fortgeschrittenen Graduiertenkursen verbinden.“

Die IMPRS-FMD bietet 23 Doktoranden aus aller Welt die Möglichkeit, im Rahmen voll finanzierter Vierjahresverträge Forschung auf Weltklasseniveau zu betreiben. Um die ganzheitliche wissenschaftliche Entwicklung jedes Studierenden zu gewährleisten, werden sie von einem engagierten Team aus zwei erfahrenen Betreuenden und einer Mentorin oder einem Mentor unterstützt.

Das Programm bietet einen strukturierten und zugleich flexiblen Lehrplan, der es den Studierenden ermöglicht, ihren eigenen Bildungsweg zu gestalten, indem sie Lehrveranstaltungen, Tutorien und Seminare auswählen, die auf ihre spezifischen Forschungsprojekte zugeschnitten sind.

Das wissenschaftliche Profil der IMPRS wird durch drei zentrale Forschungsbereiche geprägt. Der erste Bereich ist die Gewinnung und Nutzung von Biopolymeren, die in der Natur reichlich vorhanden sind und als erneuerbare, vielseitige Bausteine für fortschrittliche Materialien dienen können. Der zweite Bereich konzentriert sich auf die Weiterentwicklung der Grünen Chemie und Biotechnologie für Materialinnovationen mit dem Ziel, sauberere, sicherere und effizientere chemische und biotechnologische Prozesse zu schaffen. Schließlich unterstützt das Programm die Entwicklung lebensähnlicher Materialien, die dynamische und adaptive Systeme hervorbringen, welche das Verhalten biologischer Organismen widerspiegeln.

Nach der anfänglichen sechsjährigen Förderphase ist es das Ziel, die IMPRS-FMD als permanente Graduiertenschule am MPIKG zu etablieren. Derzeit gibt es innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft über 60 spezialisierte IMPRS-Programme.

 

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