Ausgabe 2/2015

Süße Impfstoffe auf dem Weg in die Anwendung

Start-up soll Forschungsergebnisse zur Marktreife bringen
Schützender Piks: Zucker macht eine Impfung nicht nur süß – manche Impfstoffe verdanken sogenannten Mehrfachzuckern ihre Wirkung. Bild vergrößern
Schützender Piks: Zucker macht eine Impfung nicht nur süß – manche Impfstoffe verdanken sogenannten Mehrfachzuckern ihre Wirkung. [weniger]

Vaxxilon heißt das neue Unternehmen, das die Max-Planck-Gesellschaft gemeinsam mit der Schweizer Pharmafirma Actelion gegründet hat. Es soll Impfstoffe erforschen, entwickeln und vermarkten, die auf sogenannten Glykanen basieren – natürliche Mehrfachzucker, die in vielen Zellvorgängen eine wichtige Rolle spielen. Für Impfstoffe werden solche Glykane bisher von gezüchteten Bakterien erzeugt, was die
Herstellung kompliziert und in vielen Fällen unmöglich macht.

Das Team um Peter Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, hat die wissenschaftliche Grundlage für die komplett synthetische Herstellung von Glykanen gelegt. Damit lassen sich neue Impfstoffe herstellen – auch gegen Bakterien, die nicht gezüchtet oder deren Zucker nicht isoliert werden können. Vaxxilon soll dieses Potenzial ausschöpfen. Mit einer Finanzierungszusage von bis zu 30 Millionen Euro ist Actelion Hauptinvestor und Hauptgesellschafter von Vaxxilon. Die ersten Studien am Menschen mit einem neuen Impfstoff sind in den kommenden drei Jahren geplant.

Interview zum Thema unter:
http://www.mpg.de/wissenstransfer/interview-erselius-2015

 
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