Geschichte

Gründung und Entwicklung

Nach der deutschen Wiedervereinigung evaluierte der Wissenschaftsrat die Institute der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR. Er kam u.a. zu dem Ergebnis, dass in den Instituten für Physikalische Chemie und für Organische Chemie in Berlin-Adlershof und für Polymerchemie in Teltow viel versprechende Aktivitäten existierten, die in ein neu zu gründendes Max-Planck-Institut integriert werden könnten. Diesen Vorschlag griff eine Kommission der Max-Planck-Gesellschaft auf, die großes Potential und Nachholbedarf für die Grundlagenforschung in diesem Grenzbereich zwischen Chemie, Physik und Biologie sah. Daraufhin wurde das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung (MPIKG) am 01.01.1992 gegründet.

Es wurde ein Neubau in dem heutigen Wissenschaftspark Potsdam-Golm vorgesehen, in den die vorübergehend in Berlin-Adlershof und Teltow untergebrachten Gruppen schließlich im April 1999 einzogen. Eine vorläufig eingerichtete Außenstelle in Freiberg wurde in die dortige TU eingegliedert. Die drei Max-Planck-Direktoren Prof. Kahlweit, Prof. Kampa und Prof. Spieß übernahmen die kommissarische Leitung. Dies beinhaltete vor allem den Aufbau von Verwaltung, Infrastruktur und Personalentscheidungen, da ein Großteil der vorgesehenen 100 Planstellen unmittelbar zu besetzen war. Die kommissarische Leitung wurde beratend unterstützt von Prof. Kretzschmar und Prof. Philipp, die an beiden Standorten früher leitend tätig waren.

Am 01.10.1993 bzw. 01.11.1993 übernahmen die Gründungsdirektoren Prof. Markus Antonietti, Prof. Reinhard Lipowsky und Prof. Helmuth Möhwald die kollegiale Leitung des Instituts, gaben ihm seine wissenschaftliche Ausrichtung und die Struktur mit den Abteilungen "Grenzflächen" (H. Möhwald), "Kolloidchemie" (M. Antonietti) und "Theorie" (R. Lipowsky). Auf die Gründung der vorgesehenen vierten Abteilung "Kolloidphysik" wurde zunächst aus Mangel an freien Stellen und Raum verzichtet. Stattdessen wurde eine Nachwuchsgruppe zu "Benetzung" im Institut angesiedelt. Nach Wegberufung des Stelleninhabers (Prof. Stephan Herminghaus) wurde diese Gruppe aufgelöst. Seit dem 01.02.2003 hat die Abteilung Biomaterialien unter Prof. Peter Fratzl ihre Arbeit aufgenommen, eine weitere Abteilung „Biomolekulare Systeme“ unter Leitung von Prof. Peter H. Seeberger wurde im Jahr 2009 gegründet. Damit hat das Institut einen weiteren Schwerpunkt im Bereich der Forschung an der Grenze von Chemie und Biologie gesetzt. Mit der Emeritierung von Helmuth Möhwald am 1.2.2014 wurde die Abteilung Grenzflächen geschlossen. Er ist seitdem als Emeritus am Institut aktiv. Das Gebiet der Physikalischen Chemie von Grenzflächen wird ab dem 1. Juli 2014 durch die Max-Planck-Forschungsgruppe "Mechano(Bio)chemie unter Leitung von Dr. Kerstin Blank verstärkt.

Neben der intensiven Forschungstätigkeit hat das MPIKG auch seine erfolgreiche Nachwuchsförderung weiter fortgesetzt. Inzwischen sind mehr als 50 ehemalige Mitarbeiter des MPIKG auf Professuren an Universitäten berufen worden.

 
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