Ausgabe 3/2013

Ein Schnelltest für die Pest

Mit einem zuckerbasierten Nachweis lässt sich das Bakterium Yersinia pestis einfach und treffsicher identifizieren
Dem Schwarzen Tod auf der Spur: Chakkumkal Anish, Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, inspiziert einen Träger, mit dem sich der Pesterreger Yersinia pestis nachweisen lässt. Bild vergrößern
Dem Schwarzen Tod auf der Spur: Chakkumkal Anish, Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, inspiziert einen Träger, mit dem sich der Pesterreger Yersinia pestis nachweisen lässt.

Eine Infektion mit Yersinia pestis, dem Erreger der Pest, lässt sich künftig möglicherweise leichter diagnostizieren als bisher. Wissenschaftler um Peter Seeberger, Direktor am Max- Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam-Golm, haben einen einfachen, kostengünstigen und zuverlässigen Test für das Bakterium entwickelt.

Die Forscher identifizierten und synthetisierten zunächst einen Mehrfachzucker, der für die Oberfläche des Bakteriums charakteristisch ist. Den Mehrfachzucker verknüpften sie mit einem Protein, um seine immunologische Wirkung zu steigern.

Das Glykoprotein lässt sich auf zwei Arten nutzen, um den Pesterreger ausfindig zu machen. Zum einen kann es als Antigen dienen, um im Blut von Erkrankten Antikörper auf Yersinia pestis nachzuweisen. Die Potsdamer Forscher erzeugten damit aber auch Antikörper, mit denen sich der Pesterreger in infizierten Proben direkt feststellen lässt.
(Angewandte Chemie International Edition, online, 10. Juli 2013)

 
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