Curriculum Vitae

Peter Seeberger, Jahrgang 1966, studierte an der Universität Erlangen-Nürnberg Chemie und promovierte 1995 als Fulbright-Stipendiat an der University of Colorado in Boulder in Biochemie. Nach einem Postdoktorandenaufenthalt am Sloan-Kettering-Institut für Krebsforschung in New York wurde er 1998 Assistant Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und avancierte dort 2002 zum Firmenich Associate Professor of Chemistry.

Ab 2003 war er Professor für Organische Chemie am Departement für Chemie und angewandte Biowissenschaften der ETH Zürich und Affiliate Professor am Sanford-Burnham Institut in La Jolla, Kalifornien. Seit 2009 leitet er die Abteilung „Biomolekulare Systeme“ am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam, ist Professor an der Freien Universität Berlin sowie seit 2011 Honorarprofessor an der Universität Potsdam.

Seine Arbeitsgruppe forscht im Grenzgebiet von Chemie und Biologie. Neben bahnbrechenden Erfindungen im Bereich der automatischen Synthese komplexer Zucker entwickelt er neue kontinuierliche Synthesemethoden für die Totalsynthese von Wirkstoffen. Neben biologischen Arbeiten zur Aufschlüsselung von Signalübertragung steht die Erforschung der Materialeigenschaften komplexer Zucker im Vordergrund. Die Grundlagenforschung im Bereich der Immunologie hat zur Entwicklung von Impfstoffen beigetragen. Impfstoffe gegen Krankenhauskeime stehen nun kurz vor der klinischen Entwicklung.

Professor Seeberger’s Forschung wurde in über 550 Artikeln, vier Büchern, mehr als 50 Patenten und mehr als 200 Konferenzabstrakten publiziert und in über 850 Vorträgen präsentiert. Unter den mehr als 35 Preisen sind besonders der Wissenschaftspreis des Stifterverbandes (2017), der Körber Prize der Europäischen Wissenschaften (2007) sowie der Claude S. Huson Award der American Chemical Society (2009) zu nennen.Seit 2013 ist er gewähltes Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Peter H. Seeberger ist Herausgeber des open access „Beilstein Journal for Organic Chemistry“ und in mehr als zehn anderen Zeitschriften involviert. Als Mitgründer der Tesfa-Ilg “Hope for Africa” Foundation setzt er sich für verbesserte Lebensbedingnungen in Äthiopien ein. 

Aus den Arbeiten im Seeberger Labor sind mehrere erfolgreiche Firmen in Deutschland, der Schweiz und den USA hervorgegangen.

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