Chemie hilft Energie sparen

Das Projekthaus "ENERCHEM" wurde als voller Erfolg bestätigt.

9. Mai 2008

"Der Forschungsverbund 'Enerchem' ist eine gelungene Verknüpfung von Energie und Chemie. Die besondere Expertise liegt in der Entwicklung von nachhaltigen und effizienten Energiesystemen, wie etwa leistungsstärkeren Lithium-Batterien, Brennstoffzellen oder Katalysatoren." Zu diesem Ergebnis kam eine Gruppe unabhängiger Gutachter bei ihrer Bewertung des Projekthauses. Eine zweite Förderperiode wurde bestätigt.

Kohlenstoff mit definierter Mikro- und Nanostruktur, der als Elektrodenmaterial in Lithium-Ionen-Batterien Verwendung finden könnte.

"Enerchem" erkundet neuartige Forschungsstrukturen in der Max-Planck-Gesellschaft. Das Projekthaus verfügt über einen Etat von fünf Millionen Euro und verbindet die chemischen Aktivitäten von fünf Max-Planck-Instituten mit einem gemeinsamen Ziel: Seit 2004 entwickeln die Forscher wissenschaftliche Grundlagen für neue mobile Energiespeicher sowie effektivere Methoden der dezentralen Energieerzeugung. So haben sie Elektroden für Batterien entwickelt, die durch eine gezielte Nanostrukturierung eine weitaus bessere Leistung als herkömmliche Elektroden aufweisen, nämlich sehr hohe Kapazitäten und einen exzellente Leistungsdynamik. Weitere Arbeiten des Forschungsverbundes umfassen nanostrukturierte Membranen für Brennstoffzellen, "nachhaltige" Katalysatoren, die ohne Edelmetalle oder sogar metallfrei arbeiten sowie neuartige Speichermaterialien für Wasserstoff und Methan.

Das Projekthaus ist mit seiner kreativen Ausrichtung nicht nur Knotenpunkt für Kompetenz und Expertise, sondern auch Anziehungspunkt und Ausbildungsstätte für Nachwuchswissenschaftler. So arbeiteten in den ersten drei Jahren bereits rund 40 PostDocs in den einzelnen Forschungsprojekten. Neue Impulse für die zukünftige Entwicklung von "Enerchem" gehen von der organischen Elektronik aus: Sensoren und Speichern, Licht-Emittern und Solarzellen auf der Basis dünner, flexibler Polymersubstrate. Diese neue Technologie ist im Gegensatz zur Siliziumelektronik kostengünstiger und flexibler. Zudem können die Bauelemente in jede erdenkliche Form gebracht werden. Klaus Müllen, Direktor am MPI für Polymerforschung, sagt dazu: "Die Herausforderung liegt in der Entwicklung von Leuchtdioden oder Solarzellen, die transparent für Licht und leitfähig für Strom sind. Aber auch transparente Elektroden mit organischen Katalysatoren sind im Blickpunkt unserer weiteren Arbeit."

"Enerchem" hat mit seiner Arbeit maßgeblich zum Aufbau der Kompetenz der deutschen Chemie zur Thematik Energie beigetragen. Gründungsmitglieder sind Prof. Markus Antonietti (Nanochemie, MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung), Prof. Joachim Maier (Elektrochemie, MPI für Festkörperforschung), Prof. Klaus Müllen (Organische Chemie, MPI für Polymerforschung), Prof. Robert Schlögl (Katalyse, Fritz-Haber-Institut) und Prof. Ferdi Schüth (Anorganische Chemie, MPI für Kohleforschung).

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